so richtig Grenzen

… nun vor einigen Monaten, als ich meine Reise nach Mexico organisiert habe wuchs in mir das Interesse die mexikanisch-US-amerikanische Grenze mal so richtig zu erleben und zu Fuß zu überqueren. Es war mir nicht so richtig wichtig und ich konnte auch logisch nicht verstehen warum mich das interessierte, aber so sehr ich es versuchte ich konnte es nicht übers Herz bringen diesen meiner Pläne noch einmal zu verändern. Während meiner Reise lernte ich, dass große Teile Kaliforniens einmal zu Mexico gehört haben und dabei tauchte dann ein Bild in mir auf, das mir nachvollziehbarer machte warum es mich da so hinzieht. Ich würde Videoaufnahmen von beiden Seiten der Grenze machen und versuchen wahrzunehmen und nachzufragen wie sich das Leben an einer solchen Absolution von Grenze und Grenzzaun anfühlt und bestreiten lässt.  Nachdem ich mit meinem Freund und Kollegen Joshua telefoniert habe stellte sich sogar in Aussicht diese Aufnahmen zu zeigen, eine Gegenüberstellung mit der deutsch-deutschen Grenze zu machen; an einem Abend mit Impulsvprtrag darüber ins Gespräch zu kommen. Nun gut Ich betrachtete die Sache relativ nüchtern und Materiell ich mache die Aufnahmen, ich recherchiere über die geschichtlichen Zusammenhänge und befrage Menschen die dort leben. — Mission erledigt.

denkste.

Das Interesse wächst mit dem Wissen. Je mehr man erfährt, desto interessanter wird das Thema in der Regel und kein Thema kommt so schnell an ein Ende, wenn das Interesse auf ihm liegt.

Jetzt sind seit diesem meinem Grenzübergang bereits ca. 2 Monate vergangen und doch stehe ich erst ganz am Anfang meiner Auseinandersetzung mit ebendieser Grenze.

Meine Entscheidung, zurück auf den Mütterlichen Hof zu ziehen habe ich getroffen bevor ich wusste, dass ich nach Mexico gehen würde. In ihr bereits ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Grenze angelegt gewesen. Immerhin war und ist es mein Anliegen mit meiner Mutter zu einem Verhältnis zu kommen in dem ich mich in meinen Grenzen respektiert sehe und in dem Ich auch ihre Grenzen respektiere.

Dass Verhältnis und Beziehung etwas mit Grenzen zu tun hat leuchtet erstmal unmittelbar ein. Was mir nicht unbmittelbar einleuchtete war, dass ich nicht aufgehört habe mich mit Grenzen auseinanderzusetzen als ich nach Deutschland zurückgekehrt bin. Ich lebte in einem inneren Bild von – das hat jetzt mal pause und dann schau ich da wieder drauf, wenn ich den Impulsabend vorbereite.

Jetzt wo ich das tue muss ich in der Beobachtung feststellen, dass meine Auseinandersetzung mit Grenzen nie aufgehört hat. Natürlich habe ich mich nicht weiter speziell mit der Grenze zwischen Mexico und den vereinigten Staaten auseinandergesetzt, aber dadurch ist etwas noch viel spannenderes geschehen. Da ich unmittelbar sehr an meiner eigenen physischen Kapazitätsgrenze zu stehen schien und aus dieser Konstitution heraus zurück auf meine „Grenz“erfahrung blickte, konnte ich Gesetzmäßigkeiten erleben und verstehen, dass es auf wundersame Weise, sich mit den Grenzen von Nationen und Rechtsräumen, keineswegs anders verhält als mit den Grenzen der eigenen Seele und deren Energie und Kapazität.

Das löst in mir viele neue Ideen und Ansätze aus, neue Lösungen zu denken.

Was bräuchte denn die nationale Seele um nicht um sich zu schlagen? um ihre Grenzen nicht mit blutiger Gewalt verteidigen oder erweitern zu müssen?

In mir entsteht der Gedanke, dass nicht nur ich und viele andere, sondern die deutsche  Seele als ganze massiv unter einem Helfersyndrom leidet was versucht zu vermeiden seine eigenen Schmerzen betrachten zu müssen und in die Selbstheilung zu investieren.

Diesen Prozess den Ich gerade in mir erlebe zum Thema Grenzen, erlebe ich als zutiefst künstlerisch, denn er entspricht mir und ich finde in der Rückschau Aspekte dessen was ich jetzt verstehe und wie ich sie unbewusst selbst angelegt habe einfach durch meine vergangene Seelenkonstitution.

Die Suche nach der Stimmigkeit im eigenen Leben ist für mich.

Jeder Mensch ist ein Künstler.

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