Warum Ich lebe, wie Ich lebe vol.I

In den letzten drei Jahren, habe ich mich der Frage gewindmet wie ich dazu beitragen kann, dass sich die Gesellschaft in eine Richtung entwickelt in der sich Verbesserung in fühlbarer Lebensqualität niederschlägt und nicht ein Thema des wissenschaftlichen Diskurses bleibt. Verbesserung ist ein sehr großer, vager Begriff. Mich interessierte dabei ein ganz spezifischer Aspekt von Verbesserung – dabei ist hier nicht Optimierung gemeint, sondern Vervollständigung/Ergänzung (das Streben nach Ganzheit).

In den Jahren zwischen Abitur und Studium drängte sich mir der Aspekt der menschlichen Beziehung förmlich auf. Nicht als einer von vielen, sondern als DER Grundlegende. Jedes Mal, wenn ich mich in einem neuen Themenkomplex auf die Suche nach der Ursache begab, musste ich feststellen, dass ich es mit der Beziehungsfähigkeit der Menschen zu tun bekomme. Nach meinen Beobachtungen gibt es keinen „prinzipiellen“ Konflikt. Prinzipien sind eine gewachsene Notwendigkeit moderner Gesellschaften. Sie sind vor allem Ergebnisse vorhergegangener Konflikte.

These: Je älter ein Prinzip, desto niedriger ist die Anzahl derer, die es zufriedenstellend aus sich selbst heraus entwickeln können. Johannes Stüttgen würde in diesem Zusammenhang vielleicht sagen:

„Ideologien sind die Leichen von Ideen“

Damit soll an dieser Stelle gesagt sein: die geltenden Prinzipien, Normen, oder gesellschaftlichen Vereinbarungen, haben sich von einer Notwendigkeit in die größte Bedrohung unserer Zeit verwandelt. Sie sterben und es ist unsere Verantwortung ALLES neu miteinander auszuhandeln. Aber ich greife vor…

Das Erkennen einer Ursächlichkeit war für mich überhaupt die Voraussetzung um eine tragende Frage zu entwickeln.

Wie kann ich dazu beitragen, dass sich die Menschen aufrichtig und in Würde begegnen können?

Nicht weil ich es nicht aushielte wenn das nicht passiert, sondern weil ich darin die Ursächlichkeit allen unmittelbaren Leidens und Konflikts in der Welt vermutete. Zum ersten mal tauchte diese Frage in aller Klarheit in mir auf, als ich während der Corona-Zeit im Gesundheitwesen arbeitete. In privatisierter „Gesundheitshotelerie“ um genauer zu sein. Um ganz genau zu sein, auf dem niedrigsten Posten im Gastgewerbe, nämlich Page.

Dieser Posten, unscheinbar und gern übersehen bringt eine unglaubliche Fülle an Informationen über das Betriebsklima eines Unternehmens mit sich. Der Page macht täglich Botengänge in alle Abteilungen. Er bringt Koffer und holt sie aus den Zimmern der Menschen. Diese Jobbeschreibung mangelt allerdings an allem was einen guten Pagen ausmacht.

Der Page verschafft sich einen Überblick. Er transportiert nicht wirklich Koffer, sondern Informationen. Er kann sich am leichtesten im gesamten Unternehmen bewegen ohne Aufsehen zu erregen. Das kennen wir auch aus Filmen wie „Ocean’s Eleven“. Ein guter Page bildet die Brücke zwischen den Abteilungen, so wie ein Pilzmyzel die Bäume zu einem Wald verbindet. Diese tätigkeit kann nicht durch technik ersetzt werden, denn es kommt dabei auf den „Wärmecharakter“ der menschlichen Begegnung an.

In dieser Position bin ich damit in Berührung gekommen, wie die Menschen in den unterschiedlichen Abteilungen übereinander reden. Ich wurde nicht  zu einer Abteilung dazugerechnet und hatte zu allen ein gutes Verhältnis, daher wurde in meinem Beisein frei gesprochen. Für eine Weile konnte ich überhaupt nicht fassen, wie bereitwillig die Menschen teilweise waren, ohne ausreichende Information, jemandem in einer anderen Abteilung vorsätzlich sabotierendes Verhalten, Faulheit, oder Dummheit zu unterstellen. Dabei konnte ich beobachten, dass das besonders auf Menschen zutraf, die ich selbst dabei beobachten konnte wie sie anderen, aufgrund von Antipathie versuchten Steine in den Weg zu legen.

Entscheidend für ein heilsames Eingreifen meinerseits war dabei, dass ich aus eigener Beobachtung die die Schlussflgerungen, die Abteilungsintern und auf zwischenmenschlicher Ebene gezogen wurden, nicht bestätigen konnte. Ich traf überall auf fleißige, professionelle Menschen, die ihre Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen ausführten.

Wie kann ich dazu beitragen, dass sich Menschen aufrichtig und in Würde begegnen können?

Zunächst wusste ich nur, dass ich jene Lästereien liebevoll infrage stellen, oder mit Nichtachtung bei mir versanden lassen würde. völlig überrascht davon wie schnell sich diese Haltung positiv, vor allem auf meine Hauptabteilung – hier konnte ich es am besten nachvollziehen – auswirken würde, war mein Interesse entfacht und ich wollte besser verstehen, wie ich das was ich intuitiv als richtig erachtet habe, gezielter einsetzen und meine Fähigkeiten und Werkzeuge in diesem Bereich weiter schulen kann.

Im Endeffekt konnte ich dabei zusehen, wie Menschen ihre Prägungen, Denkmuster und Antipathien aneinander ausagierten, wobei das Problem nicht zu sein schien, dass diese existieren sondern, dass ein mangelndes Bewusstsein bezüglich der Existenz dieser Subjektivitäten im eigenen System vorlag. Sie waren mit ihren Prägungen indentifiziert.

 

to be continued….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert